Dispokinesis

Die Dispokinesis, von G. O. van de Klashorst begründet, ist ein pädagogisches Konzept und eine Arbeitsweise basierend auf der funktionellen Anatomie, der Neurophysiologie und Entwicklungspsychologie sowie den Erkenntnissen in Bezug auf senso- und psychomotorischen Grundlagen.  Sie unterstützt und begleitet Musiker, Sänger, Dirigenten, Schauspieler und Tänzer auf ihrem Weg zur eigenen uneingeschränkten und künstlerischen Ausdrucksfähigkeit. Sie ist „Hilfe zur Selbsthilfe“ und arbeitet im Unterschied zu anderen Körpertechniken ganz konkret am und mit dem jeweiligen Instrument.

Schmerzhafte Verspannungen, Bühnenängste, Überlastungssyndrome bis hin zur Berufsunfähigkeit haben ihre Ursache oft in künstlichen Haltungs-, Spielbewegungs-, Atmungs- und Ansatzmustern, die nicht bewusst wahrgenommen werden, sich auf Dauer aber ungünstig auf den Körper auswirken. Eine Auseinandersetzung mit elementaren Aspekten der Motorik bzw. Sensomotorik, ihrer Entwicklung bzw. Veränderung ermöglicht ökonomische und leichte Spielbewegungen, einen frei fließenden Atem, mühelosen Ansatz und die Fähigkeit musikalische Vorstellungen direkt in angemessene Spielbewegungen umzusetzen.

Die Dispokinesis wird sowohl präventiv als auch heilend bei Spielbeschwerden und Bühnenängsten bis hin zur fokalen Dystonie eingesetzt.

 „Disponiert“ zu sein ermöglicht Freiheit und Leichtigkeit im Ausdruck: das natürliche Zusammenspiel von Geist und Körper bringt in der Musik die inneren Klangvorstellung in freier Bewegung zum Klingen. Voraussetzung hierfür ist eine Optimierung der „posturalen Reflexe“, die der Aufrichtung des Menschen dienen und unseren Händen die Möglichkeit zum freien, kreativen und selbstbestimmten „Handeln“ geben.

Arbeitsweise:

Die Dispokinesis geht davon aus, dass jeder Mensch eine „innere Weisheit“ besitzt, die ihm hilft, eine angemessene Haltung einzunehmen und daraus zu agieren. Leichtigkeit in der Bewegung begründet sich im richtigen Maß von Bodenkontakt, Spannkraft und Zielgerichtetheit.  Für den ausübenden Musiker stellt dies die Voraussetzung für ökonomische Spielbewegungen, eine funktionierende Feinmotorik, einen frei fließenden Atem und mühelosen Ansatz dar.

Grundlage der dispokinetischen Arbeit sind die Urgestalten, etwa 40 einfache Basisübungen, die Stabilisierungsfunktionen wie Körperspannung und Bodenkontakt mit differenzierten Bewegungs- und Atmungsformen verbinden. Ihre Ausführung in Begleitung eines Dispokineters schafft die Möglichkeit sich stereotyper Muster bewusst zu werden, zu reorganisieren und bei Bedarf senso- und psychomotorische Prozesse nachreifen zu lassen. Außerdem gibt es spezielle Übungen zu Spieltechnik, Atmung und Ansatz aller verschiedenen Instrumente inkl. Gesang und Dirigieren.

Bei Bedarf bedient sich die Dispokinesis auch verschiedener ergonomischer Hilfsmittel wie Daumen- Schulterstützen etc.

Die Dispokinesis bietet Lösungswege bei:

  • Verspannungen und Schmerzen
  • Atem-, Ansatz- und Stimmprobleme
  • funktionelle, schmerzhafte oder entzündliche Syndrome des Bewegungsapparates
  • fokale Dystonie
  • Ermüdung beim Spielen
  • fehlender Übe-Erfolg
  • Überbelastung
  • Ausdruckshemmungen
  • Auftrittsängste

„In unserer Entwicklung als Musiker müssen wir lernen, disponierende und indisponierende Kräfte zu unterscheiden. Dies alles hängt mit unserer Persönlichkeit, unseren Fähigkeiten und unserem inneren Zustand zusammen. Selbstbeobachtung ist die Fähigkeit, sich selbst in Relation zu seiner Umgebung zu sehen, zu dem Nächsten, dem Publikum, dem Schüler. Durch Selbstbeobachtung entwickelt sich ein Selbstwertgefühl, wodurch man weiß, dass der Platz, den man einnimmt, der richtige ist.“ (G.O. van de Klashorst)